Vernissage: zwei künstlerische Resonanzen aus dem Landesplattenberg | 25.9.-21.10.26

Wegbeschreibung

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Grafik Daniela Fridolin
Grafik Daniela Fridolin
Die Stiftung Landesplattenberg lanciert in Zusammenarbeit mit dem Migros-Kulturprozent das Projekt «Zwei künstlerische Resonanzen aus dem Landesplattenberg».

«Post-Postfossil»
Daniela Zimmermann

Die Glarnerin Daniela Zimmermann kreiert für den Landesplattenberg Engi ‹post-postfossile› Textilien. Diese erzählen alte und neue Geschichten vom Schieferberg, laden gleichzeitig dazu ein, das nicht Offensichtliche zu entdecken. Schiefer ist komprimierte Erdzeit. Textil ist komprimierte Lebenszeit. Im Kleiderschrank finden wir davon viel; textile Ablagerungen von Menschen, kulturelle Zeitzeichen und Getragenes von ganz persönlichem biographischem Wert.

Als neugierig-forschende Designerin ist Daniela mal extraktivistisch und erdgeschichtlich kritisch unterwegs, mal animistisch provokant und immer wieder auch verspielt. Textilien, sagt sie, sind Kommunikationsmittel und im besten Fall werden diese zu Statements. In ihren Arbeiten geht es um endliche Ressourcen, um Bio-Diversität im Jetzt, aber auch darum, Steine ins Rollen zu bringen, sowie um Projektionen in mögliche post-postfossile Zukünfte.

Daniela Zimmermann ist Künstlerin und Designerin. Neben ihrer Arbeit im Atelier in Zürich lehrt sie als Dozentin für Design, Regeneration, More-than-Human Design und Nachhaltigkeit an der Hochschule Luzern (HSLU) im Bachelor Textildesign und leitet den Major im Master Design.

«Bergersatz»
Fridolin Walcher

Betrete ich den Landesplattenberg in Engi, betrete ich das Negativ eines Berges. Der Berg als Positiv wurde von Menschenhand abgetragen als schwarzes Gold. Somit ist auch das Negativ des Berges von Menschenhand erschaffen: eine Skulptur aus Stein im Dunkel eines Bergs.

Die Plattenberger arbeiteten im begrenzten Schein einer kleinen Karbidlampe. Das war das Licht der Zeit damals. Das half auf verschiedene Seiten: Die Plattenberger sahen den Staub nicht, den sie täglich einatmeten und der sich in ihren Lungen festsetzte. Sie sahen nie die Grösse ihres Werks, die von ihnen herausgebrochenen Kathedralen im Berginnern. Im Schein dieses Lichts begebe ich mich mit meiner Kamera auf Spurensuche der Arbeit der Plattenberger. Das Schwarz des Schiefers drucke ich mit Kohle-Pigmenten auf Innova Paper. «Bergersatz» nannten die Plattenberger die gebrochenen Abfallplatten, die sie im Berg drin wieder aufschichteten.

Fridolin Walcher, im Glarnerland geboren und sein Leben von hier aus gelebt, erforscht in seinen Arbeiten und Sozialreportagen die Veränderungen unserer kleinen und grossen Welten für Ausstellungen und Publikationen: Wir verändern unsere Welt und damit uns selbst. Seine Arbeiten der letzten Jahre erzählen über die Veränderungen der Gletscherschmelze in den Glarner Alpen und in Grönland. Sein Bilderlager in Linthal betreibt er als öffentlich zugängliches Atelier mit seinen Editionsbildern. Er ist Mitbegründer des BSINTI, dem Ort für alpine Fotografie in Braunwald, und des Fotografenkollektivs LUNAX.
www.fridolinwalcher.ch 

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